Vorgehensmodelle

Was sind Vorgehensmodelle?

Vorgehensmodelle definieren eine festgelegte Reihenfolgen von Aktivitäten in Projekten.

Softwaredesign und die Architektur von Software stellen digitale Strategien vor anspruchsvolle Herausforderungen im Projektverlauf die sich von Beginn an, über ein geeignetes Vorgehensmodell wesentlich leichter zum Erfolg führen lassen.

Vorgehensmodell für Softwareprojekte

Softwareprojekte sind überwiegend innerhalb eines extrem kurzen Projektzeitraums zu realisieren. Dabei erfordern bereits kleinere Softwareprojekte eine Fülle unterschiedlichster Projektanforderungen zu erfüllen. Umso wichtiger ist deshalb für den Erfolg von Softwareprojekten die Auswahl eines geeigneten Vorgehensmodells.

Grundsätzlich definieren Vorgehensmodelle:

  • Phasen und Reihenfolge von Prozessen im Projektablaufs
  • definierte Projekt-Aktivitäten
  • Projektverantwortlichkeiten
  • Definition der Anforderungen
  • Milestones und Teilergebnisse
  • erforderliche Inputs
  • notwendige Mitarbeiterqualifikationen
  • anzuwendende Standards, Richtlinien, Methoden und Werkzeuge

Grundproblem fast aller Softwareprojekte:

In immer kürzen Projektzeiträumen sind neben einer Vielzahl funktionaler Anforderungen zugleich eine Fülle qualitativer Anforderungen zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu erfüllen. Auch wenn die Qualität von Software selbstverständlich sein sollte, wird die Definition von Abnahmekriterien vielfach völlig außer Acht gelassen, zumal oftmals bereits die vollständige Aufnahme von Anforderungskriterien übersprungen wird.

Schritt 1: Anforderungsanalyse

Idealerweise bestimmt ein organisatorischer Rahmen welche Anforderungen innerhalb eines Projekts an eine Softwarelösung bestehen.

Schritt 2: Auswahl Vorgehensmodell

Auf Basis einer solchen Anforderungsdefiniton kann dann in einem zweiten Schritt ein geeignetes Vorgehensmodell ausgewählt werden.

Standardvorgehensmodelle sind ein Risiko für Ihren Projekterfolg

Keinesfalls sollte – losgelöst von den bestehenden Projekterfordernissen – ein Vorgehensmodell im Voraus als Standardvorgehensmodel definiert sein. Zu groß ist die Gefahr, dass Sie mit definierten Standardvorgehensmodellen an den eigentlichen Projektzielen vorbei arbeiten.

Klassische Vorgehensmodelle

Die klassischen Vorgehenmodelle behandeln Projektphasen sequenziell und sind dokumentlastig organisiert.

Die Projektmethoden der klassischen Vorgehensmodelle unterteilen Projekte mit den unterschiedlichen Projekttätigkeiten in Abschnitte, in denen bestimmte Projektergebnisse zu erbringen sind.

Beispiele klassischer Vorgehensmodelle

  • Wasserfall-Modell
  • Spiralmodell
  • Rational Unified Process (RUP)
  • V-Modell
  • Prince2

Im Wasserfall-Modell sind alle Projektanforderungen bereits zu zu Beginn formuliert, alle weiteren Phasen bauen auf diesen Anforderungen auf. Jede Änderung bedeutet somit einen Rücksprung in die vorherigen Phasen.

Wie Sie das erhöhte Risiko explodierender Projektkosten vermeiden:

Nach dem Wasserfall-Modell durchgeführte Projekte lassen die Projektkosten zum Projektende explodieren.

Änderungskosten im Projektverlauf: Kosten-Diagramm in Projektphasen

Änderungskosten im Projektverlauf: Kosten-Diagramm in Projektphasen – Zu Projektbeginn sind die Änderungskosten noch sehr gering. Mit fortschreitendem Projektverlauf steigen die Änderungskosten in klassischen Projekten nach dem Wasserfallmodell inmitten des Projekts dann exponentiell. Grundsätzlich gilt, dass gut definierte Anforderungen zum Projektstart die Projektgesamtkosten signifikant senken, denn mit einer guter Vorplanung reduzieren Sie den Bedarf an späteren Änderungen bereits von vornherein.

Im Projektverlauf entstehende Kosten steigen wenn erst in späten Phasen innerhalb des Wasserfall-Modells erforderliche Änderungen festgestellt werden. Die Kosten für Anforderungsänderungen steigen dann exponentiell.

Warum mit klassischen Projektmethoden die Projektkosten exponentiell steigen

Zudem sind klassische Projektmethoden verstärkt darauf ausgerichtet zu beschreiben, wie eine Projektphase im Projektverlauf abzuwickeln ist und in welchen Dokumenten jede Projektphase im Detail beschrieben ist. Der Projektablauf ist somit quasi im Vorfeld bereits festgelegt ohne agil auf im Projektverlauf eintretende Anpassungen und Änderungswünsche eingehen zu können.

Auch startet der eigentliche Softwarerealisierungsprozess erst zu einem sehr späten Projektzeitpunkt. Im Vergleich zu agilen Methoden hat der Kunde erst spät Einblick in die Softwarerealisierung.

Somit besteht in allen klassischen Vorgehensmodellen bereits zu Projektbeginn das Risiko, dass formulierte Projektanforderungen nicht dem entsprechen, was Kunden als Auftraggeber sich vorstellen. Auch das Feedback der Endanwender bleibt größtenteils gänzlich unbeachtet.

Auch wenn die klassische Methoden versuchen dieses Risiko versuchen  durch vorgegebene Dokumente und Richtlinien zu minimieren. Sie konzentrieren sich darauf, bereits zu Beginn eines Projektes die größtmögliche Planbarkeit des Projektes zu erzielen.

Agile Vorgehensmodelle

Agile Vorgehensmodelle sind darauf spezialisiert kurzfristig auf Veränderungen reagieren zu können.

Im punkto Anforderungsmanagement sind agile Methoden grundsätzlich auf keine spezielle Dokumentationsweise festlegt. Pragmatisch formulieren die agilen Projektmethoden »was« und »welche« Milestone Projekte erreichen. Das  »wie« der Projektmethodik rückt dabei in den Hintergrund.

Somit ist die Integration neuer Anforderungen und Änderungen jederzeit möglich. Zudem ist Feedback ausdrücklich erwünscht!

Beispiele agiler Vorgehensmodelle

Den agilen Charakter und die durch Feedback ermöglichte Ausrichtung am Kunden beschreibt das Agile Manifest kompakt als grundlegendes Prinzip:

»Welcome changing requirements, even late in development. Agile processes harness change for the customer’s competitive advantage«.

Hybride Vorgehensmodelle

Die hybriden Vorgehensmodelle kombinieren die Methodik der klassischen und agilen Projektmodelle. Somit sind die Variationen hybrider Projektmodelle ebenso vielfältig wie beliebt. Je nach Anwendungskontext, Domänenmodell und Art der Kundenintegration bieten die verschiedensten Ansätze unterschiedliche Vorteile. Unsere Empfehlung lautet daher: Stellen Sie sich je Bedarf und ihren Projektanforderungen ihr eigenes Vorgehensmodell – ganz auf ihre individuellen Bedürfnisse ausgerichtet – zusammen.

Jetzt lesen: Wie Sie Softwareprojekte erfolgreich evaluieren!

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